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Sean Higgins Di, Feb 9, '21 4 min read

Wie Sie einen 7-Stunden-Scan in nur 30 Minuten schaffen können

Hier erfahren Sie, wie Sie mit dem mobilen Mappingsystem NavVis VLX die Scanzeit drastisch reduzieren können, ohne an Genauigkeit einbüßen zu müssen.

Terrestrische Laserscanner (TLS) eignen sich hervorragend für die Erfassung genauer, umfassender 3D-Bilder einer Umgebung. Aber leider sind sie dabei nicht sonderlich schnell.

Das Scannen einer durchschnittlichen Fläche von 1500 m² kann bis zu 7 Stunden in Anspruch nehmen, während man mit einem mobilen Laserscanner gerade mal einen Bruchteil der Zeit, etwa 30 Minuten, benötigen würde.

In einem kürzlich abgehaltenen Webinar konnte NavVis unter Beweis stellen, wie mit dem mobilen Mappingsystem NavVis VLX die Scanzeit drastisch reduziert werden kann - ohne dabei Einbußen bei der Genauigkeit in Kauf nehmen zu müssen.

Hier sind einige Highlights aus diesem Webinar. Zunächst soll es um einige der Möglichkeiten gehen, wie ein mobiles Scansystem Ihren Arbeitsablauf beschleunigen kann, sowie um ein konkretes Fallbeispiel, das verdeutlichen soll, wie praxistauglich diese Geräte wirklich sind.

In diesem Artikel werden die wichtigsten Punkte aus dem Webinar aufgegriffen, das Sie sich über diesen Link selbst in voller Länge anschauen können, samt Beispieldatensätzen, Videos und einer ausführlichen Q&A-Runde.

Mobile Systeme für dynamisches Scannen

Ein mobiler Scanner beschleunigt Ihren Arbeitsablauf vor allem dadurch, dass so das Scannen während der Bewegung ermöglicht wird, erklärt Christian Dette, Technical Account Manager bei NavVis.

Bei einem terrestrischen Laserscanner (TLS) hingegen muss man immer wieder zwischen verschiedenen Positionen hin- und hergehen, den Scanner aufstellen, 5-15 Minuten warten, während die Daten erfasst werden, und dann den Vorgang immer wieder aufs Neue wiederholen.

Mit einem dynamischen Scanner, so Dette weiter, lässt sich im Gehen scannen. Dabei bewegt man sich einfach im Schritttempo durch die Umgebung („als würden Sie entspannt mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin am Strand spazieren gehen“). Währenddessen ist das Gerät bereits mit der Erstellung eines detaillierten 3D-Modells beschäftigt. Wenn Sie ein Panoramabild aufnehmen möchten, halten Sie einfach kurz an, drücken eine Taste und setzen Ihren Weg fort.

In kürzerer Zeit mehr Fläche scannen

Dynamische Scanner bieten darüber hinaus den Vorteil, dass mit ihnen auch komplexe Umgebungen deutlich schneller erfasst werden können.

Wenn Sie eine große Maschine mit einem TLS erfassen, so Dette, müssen Sie den Scanner mindestens viermal neu aufstellen, um auch wirklich jede Perspektive zu erwischen. Da jeder Scan mit dem branchenweit beliebtesten TLS bis zu 15 Minuten dauern kann, müssen Sie mit 60-75 Minuten Scanzeit für dieses Objekt rechnen.

Mit einem dynamischen Scanner wie dem NavVis VLX könnten Sie stattdessen einfach um die Maschine herumgehen und sie dabei aus jedem Winkel erfassen. Selbst wenn Sie noch einmal anhalten, um Fotos zu schießen, sind Sie in ein oder zwei Minuten fertig.

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Automatische Entfernung von Reflexionen und Störelementen

Da ein dynamischer Scanner die Umgebung erfasst, während Sie sich bewegen, nimmt er Messungen desselben Objekts aus mehreren Blickwinkeln vor. Die Verarbeitungssoftware des Systems kann dadurch, so Dette, automatisch Reflexionen und sich bewegende Objekte entfernen, was nicht nur sehr nützlich ist, sondern auch Zeit vor Ort spart.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie wollen eine Umgebung mit reflektierenden Oberflächen erfassen, z. B. ein Bürogebäude mit großen Fenstern. Wenn Sie ein TLS verwenden, müssen Sie zusätzliche Scanpositionen einplanen, um die reflektierenden Oberflächen zu umgehen. Das würde natürlich seine Zeit dauern.

Wenn Sie jedoch einen dynamischen Scanner verwenden, so Dette, wird allein durch die Art des Scannens jeder Teil des Raumes aus mehreren Blickwinkeln erfasst. Auf diese Weise erhält das System alle Informationen, die nötig sind, um Reflexionen aus dem Datensatz automatisch zu entfernen. So müssen Sie sich keine Sorgen mehr machen um reflektierende Oberflächen und können einfach weiter scannen.

Das Gleiche gilt für dynamische Objekte, wie Personen oder Fahrzeuge, die sich durch Ihren Scan bewegen. Im Gegensatz zu einem TLS kann ein dynamischer Scanner diese nämlich automatisch erkennen und herausfiltern, wodurch Ihr Arbeitsablauf enorm beschleunigt werden kann.

Das waren nur einige Beispiele, wie ein dynamisches System Ihnen helfen kann, Scans in kürzerer Zeit durchzuführen. (Weitere Informationen über die Vorteile des mobilen Scannens für Dokumentationsprojekte finden Sie in diesem Beitrag.)

Der Beweis: Ein realer Anwendungsfall aus der Praxis

Um zu demonstrieren, wie sich all das in der Praxis auswirkt, untersuchte Marek Koltun, Partner Manager bei NavVis, während des Webinars vier reale Projekte. Eines dieser vier wollen wir uns hier einmal genauer anschauen:

Dieses Projekt war eine gemeinsame Unternehmung von NavVis und der LiRo Group, einem in Manhattan ansässigen Ingenieurbüro, bei der es darum ging, die Verankerung der RFK-Brücke in New York City zu scannen. Koltun zufolge handelt es sich um eine der am stärksten befahrenen Brücken in den Vereinigten Staaten, die täglich von über 100.000 Autos in beide Richtungen überquert wird. Das Ziel bestand darin, schnell einen Datensatz mit Bestandsdaten zu generieren, um das bestehende digitale Modell zu überprüfen und bei Bedarf zu aktualisieren.

Das Team schätzte den Umfang des Projekts auf 10.000 m² - eine Fläche, für die man mit einem TLS mehrere Tage bräuchte. Koltun ging, ausgestattet mit einem NavVis VLX, die Brücke ab, stieg auf Leitern und kletterte in enge Räume, um den Scan durchzuführen. Das ganze Unterfangen hatte unterm Strich gerade einmal drei Stunden in Anspruch genommen.

Um das Ganze noch einmal zu verdeutlichen, zeigte Koltun ein Video, in dem zu sehen war, wie er in nur 25 Minuten die immerhin 100 m hohe Verankerung vom Boden bis zur Spitze mit dem mobilen Scanner erfasste. „Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie oft man dafür einen statischen Scanner neu aufstellen müsste“, so Koltun, „oder wie viel Zeit man mit der Registrierung verbringen müsste, wenn man nicht den NavVis VLX mit Selbstregistrierung verwenden würde.“

Erfahren Sie mehr

Dieser Artikel kann natürlich nur einen kurzen Überblick über die Informationen geben, die in dem bereits erwähnten Webinar behandelt wurden. Wenn Sie also weiter in die Materie eintauchen möchten, empfehlen wir Ihnen, das Webinar in voller Länge anzusehen.

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Sean Higgins

Sean Higgins is an independent technology writer, former trade publication editor, and outdoors enthusiast. He believes that clear, buzzword-free writing about 3D technologies is a public service.