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Sean Higgins Do, Mär 10, '22 5 min read

Warum sich mobile Mappingsysteme auch für kleinere Projekte rechnen

Mobile Mappingsysteme lohnen sich erst bei großen Projekten? Nicht unbedingt, wie uns drei Laserscanning-Experten im Interview berichten.

Viele Laserscanning-Profis würden gerne in ein mobiles Mappingsystem investieren, warten aber noch auf das richtige Projekt, um den Kauf zu rechtfertigen - was man ihnen nicht verdenken kann.

Ein mobiler Mapper wie der NavVis VLX eignet sich hervorragend, wenn Sie ein 15-stöckiges Parkhaus, eine Fabrik oder ein Bürogebäude erfassen möchten. Nicht nur ist die Arbeit in Windeseile erledigt, Sie können Ihren Kunden auch attraktivere Preise bieten und so die Konkurrenz ausstechen. Und wer weiß - vielleicht springt ja auch noch eine spannende Fallstudie dabei heraus!

Dass man auf das richtige Projekt warten muss, um in ein mobiles Mappingsystem zu investieren, ist jedoch ein Trugschluss.

Im Gespräch mit drei Laserscanning-Dienstleistern wollten wir herausfinden, wie sie den NavVis VLX auch für kleinere Projekte einsetzen. Neben einem schnelleren Arbeitsablauf und einer höheren Datenqualität sahen sie auch in der Möglichkeit, mit Hilfe des mobilen Mappers neue Dienstleistungen anbieten zu können, enorme Vorteile.

TruePoint - Scan einer Arztpraxis

TruePoint Laser Scanning konnte selbst bei seinen kleinsten Projekten enorme Zeiteinsparungen feststellen.

Das Unternehmen wurde mit der Dokumentation einer 3.500 m² großen Arztpraxis in Birmingham (USA) beauftragt. Dem Eigentümer standen zwar CAD-Grundrisse zur Verfügung, die für den Bau des Gebäudes verwendet wurden, für laufende Anwendungen wie Anlagenwartung, Betrieb, Marketing und zukünftige Bauarbeiten wurden jedoch zusätzlich 3D-Bestandsdaten benötigt.

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Das Team entschied sich für einen hybriden Arbeitsablauf: Das Innere des Gebäudes wurde mit dem mobilen Mappingsystem NavVis VLX erfasst, während für den Außenbereich des Gebäudes ein terrestrischer Laserscanner zum Einsatz kam. Das Scannen der 3.500 m² großen Praxis dauerte gerade mal 2,5 Stunden - 30 Minuten lang wurde mit dem NavVis VLX gescannt, weitere 2 Stunden mit dem TLS.

Die Praxis hätte man auch ohne mobiles Mappingsystem erfassen können, so Regionalmanager Andy Foshee, allerdings definitiv nicht in der gleichen Zeit: „Wir waren so deutlich schneller fertig und konnten früher Feierabend machen“, so Foshee. „Im Durchschnitt hat uns der NavVis VLX eine Zeitersparnis von etwa 50 % gebracht, würde ich schätzen.“ Darüber hinaus konnten sie während des Scans mit dem NavVis VLX zusätzlich über 40 hochauflösende, farbige Panoramabilder für ihren Kunden erfassen.

Qk4 - Mobile Mapping für kleinere Brückenvermessungen

Ben Shinabery, Vermessungsingenieur bei Qk4 in Kentucky (USA), hat seit 2019 bereits über 600 Vermessungen für kleine Brücken in Kentucky durchgeführt. Und da er auch in Zukunft noch mit vielen weiteren solchen Aufträgen rechnen kann, konnte er die Kosten für NavVis VLX in seine bestehenden Verträge einrechnen. Das Gerät hat sich also sofort bezahlt gemacht, so dass er es bereits seit dem letzten Jahr für Vermessungsarbeiten zum Einsatz bringen konnte.

Der mobile Mapper sei dabei so einfach zu transportieren, so Shinabery, dass er den NavVis VLX mittlerweile mit zu jedem Projekt mitnimmt: „Jetzt habe ich die Möglichkeit, jederzeit und überall zu scannen.“

Und auch Brücken sind mit dem mobilen Mapper kein Problem: „Mit dem NavVis VLX auf den Schultern kann ich ganz einfach den Hang runterklettern, unter der Brücke hindurchgehen, den anderen Hang wieder hinaufgehen und den Rest scannen“, so Shinabery. „Ich kann überall schnell und effektiv Daten erfassen. Und es gibt ein gutes Farb-Overlay, das die Daten, die wir vor Ort sammeln, ergänzt.“

qk4_bridge_120422

Quelle: Ben Shinabery (2022), Linkedin, Hier gelangen Sie zum Post

Die einzigartige Kombination aus Komfort und Erfassungsgeschwindigkeit ermöglicht eine Datenerfassung, die mit herkömmlichen Erhebungsmethoden nicht möglich gewesen wäre. „Bei unseren Brückenvermessungen kann ich zum Beispiel die Höhe einer Ampel in der Mitte einer Kreuzung messen, ohne dort dafür unser Vermessungsgerät aufbauen zu müssen“, sagt er.

„Eine Vermessung an einer Kreuzung dauert normalerweise sechs bis acht Stunden. Mit dem NavVis VLX brauche ich dafür nur 10 Minuten. Ich kann all diese kontextbezogenen Informationen nutzen, um Messungen durchzuführen und sogar Bestandsmodelle zu erstellen, die wir dann den Ingenieuren zur Verfügung stellen können.“

Hier finden Sie unser Interview mit Ben zu diesem Thema und mehr.

Primal Technology - Kleinere Projekte anders angehen

Nachdem er sich mit seinem Unternehmen Primal Technology Services selbstständig gemacht hatte, investierte Brandon LeBrun als Erstes in einen NavVis VLX. Auch wenn die finanziellen Abwägungen, so LeBrun, in Hinblick auf mobile Mapper komplex und möglicherweise noch nicht für jeden geeignet seien, könnte es dennoch unter gewissen Umständen sinnvoll sein, in ein mobiles Mappingsystem zu investieren - auch, wenn man noch kein großes Projekt plant.

Zum einen sollte man sich überlegen, ob es sich nicht lohnen würde, direkt in das passende Tool zu investieren. So könnte man sich zunächst in kleineren Projekten besser mit dem System vertraut machen, bevor man größere Projekte in Angriff nimmt. „Ich habe nichts unversucht gelassen, dieses Teil zu kaputt zu bekommen“, scherzt er über seinen NavVis VLX. „Ich habe versucht, den SLAM-Algorithmus zu schrotten und alles Mögliche ausprobiert, nur um zu verstehen, was das Gerät so kann.“

Wenn man ohnehin darüber nachdenkt, einen solchen Scanner zu kaufen, sollte man sich auch über die Nutzungsmöglichkeiten klar werden, so LeBrun. „Eine Investition soll sich natürlich rentieren“, sagt er, „und dafür muss man seine Tools bestmöglich ausnutzen - oder dafür sorgen, dass sie sich in kleineren Projekten bezahlt machen. Vor allem, wenn in Zukunft mehr größere Projekte anstehen, die diesen Prozess beschleunigen werden.“

Und nicht zuletzt können mobile Mappingsysteme auch neue Möglichkeiten für kleine Projekte eröffnen.

Er selbst habe zum Beispiel damit begonnen, kleinere Scanning-Aufträge für TLS-Unternehmen anzubieten, die zwar gerne mobile Scanner einführen wollen, aber nicht bereit sind, die Investition zu tätigen. „Dafür haben sie sich mit uns zusammengetan. Das spart ihnen nicht nur Geld, sondern macht es auch möglich, zusätzliche Dienstleistung anzubieten. Es hilft auch dabei, Beziehungen zu knüpfen, mit Leuten in Kontakt zu kommen und den Scanner noch intensiver zu nutzen.“

„So kann man ihn für mehrere kleinere Projekte nutzen, womit wir bisher sehr erfolgreich waren“, so LeBrun abschließend.

Mehr darüber, wie Primal Technologies den NavVis VLX sowohl für große als auch kleine Projekte einsetzt, erfahren Sie in diesem kurzen Interview mit Brandon LeBrun.

 

Sean Higgins ist ein selbstständiger Technikjournalist, ehemaliger Redakteur einer Fachzeitschrift und Naturliebhaber. Er ist der Meinung, dass 3D-Technologien klar und verständlich erklärt und besprochen werden sollten.