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Sean Higgins Di, Aug 3, '21 3 min read

Nützliche Tipps für die Planung von scan-to-BIM-Projekten

Im ersten Teil dieser neuen Reihe geben wir Ihnen Tipps, wie Sie Ihr scan-to-BIM-Projekt am besten angehen können.

3D-Laserscanning und BIM-Modellierung sind für Sie und Ihr Unternehmen keine Fremdworte: Sie verfügen über die nötigen Werkzeuge und die Erfahrung, so dass Sie den nächsten Schritt wagen und Scan-to-BIM-Dienstleistungen anbieten möchten. Aber einen guten Scan-to-BIM-Workflow auf die Beine zu stellen, ist gar nicht mal so einfach und kann sogar recht schnell hohe Kosten verursachen, wenn man keine klare Strategie verfolgt.

In dieser Reihe aus Blogeinträgen werden wir alle Phasen eines Scan-to-BIM-Projektes jeweils im Detail betrachten. In diesem ersten Beitrag werden wir uns intensiv mit der Planungsphase des Projektes und einigen Tipps dazu auseinandersetzen.

Sprechen Sie mit Ihrem Kunden über seine Vorstellungen

In dieser Projektphase kommt es vor allem auf eins an: eine gute Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrem Kunden. Natürlich sollten Sie den gesamten Prozess über regelmäßig mit Ihrem Kunden in Kontakt stehen, aber gerade zu Beginn ist es von entscheidender Bedeutung, dass Vorstellungen und Erwartungen klar kommuniziert werden. Auf diese Weise können Sie sicherstellen, dass das Projekt klar definiert ist und alle Beteiligten auf dem gleichen Stand sind.

Nehmen Sie sich die Zeit, viele Fragen darüber zu stellen, was Ihr Kunde will und warum. Es könnte gut sein, dass Ihr Kunde selbst nicht genau weiß, was er braucht. Hier können Sie einhaken und ihn hinsichtlich des scan-to-BIM-Prozesses beraten. Es lohnt sich auch darüber zu sprechen, wie das Endprodukt des Projektes aussehen soll: Ihr Kunde wird es Ihnen danken, wenn Sie ihm von Leistungen oder Produkten abraten, die womöglich gar nicht nötig sind und nur unnötige Kosten verursachen würden.

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Stecken Sie den Rahmen des Projektes ab

Nachdem Sie sich Klarheit über die Vorstellungen und Forderungen Ihres Kunden verschafft haben, sollten Sie nun alle wichtigen Eckdaten zu dem Projekt klären.

Hier sind einige Fragen, die Sie sich stellen könnten: Wie viele Quadratmeter sollen gescannt werden? Um was für eine Umgebung handelt es sich? Müssen Sie innerhalb eines eng getakteten Zeitplans arbeiten, zum Beispiel in einer Produktionsanlage, in welcher der Betrieb maximal einen Tag stillstehen kann? Wie sehen die Sicherheitsvorkehrungen aus? Werden Sie die Hilfe eines Managers vor Ort benötigen, um sich durch die verschiedenen Bereiche des Gebäudes zu bewegen?

Bei vielen Scan-to-BIM-Anbietern ist es mittlerweile gängige Praxis, dem Kunden im Vorfeld alle relevanten Fragen gesammelt in einem Fragebogen zukommen zu lassen.

Verwenden Sie standardisierte Dokumente

Wenn es um Themen wie den Genauigkeitsgrad (LOA, Level of Accuracy) und den Entwicklungsgrad (LOD, Level of Development) des Projekts geht, kann es leicht zu Missverständnissen kommen.

Es mag zunächst klar erscheinen, wenn der Kunde sagt, er wolle, dass die MEP-Systeme (Mechanische, elektrische und Santitärsysteme) mit einer bestimmten Genauigkeit installiert werden sollen. Allerdings kann man diese Forderung auf verschiedene Art und Weise verstehen: Müssen alle MEP-Systeme diese Genauigkeit erfüllen? Oder sollen einige von ihnen genauer sein als andere? Wollte Ihr Kunde damit ausdrücken, dass die Daten mit dieser Genauigkeit erfasst werden sollen, das Modell aber mit einer geringeren Genauigkeit erstellt werden kann? Welche Toleranzen sind für die Punktwolke und das Modell zulässig? Und so weiter und so fort.

Um solche Fragen schnell zu klären, können Sie sich an Spezifikationsdokumente einer gemeinnützigen Normungsorganisation wie der USIBD oder des BIM-Forums (USA) orientieren. Wenn Sie diese Dokumente gemeinsam mit Ihrem Kunden durchgehen, können Sie Missverständnisse vermeiden und für mehr Klarheit sorgen.

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Definieren des Arbeitsumfangs

Um den Arbeitsumfang des Projektes abzustecken, sollte in einem oder mehreren Dokumenten genau festgehalten werden, welche Arbeiten ausgeführt werden sollen. Dabei sollten sämtliche Anforderungen (z. B. an die Genauigkeit oder an das Endprodukt) und Ziele erfasst und eine Projektbeschreibung formuliert werden. Vergessen Sie dabei nicht, auch die LOA- und LOD-Spezifikationen zu vermerken. Lassen Sie die Dokumente zum Schluss noch einmal von Ihrem Kunden absegnen.

Nächste Schritte...

Nachdem Sie gemeinsam mit Ihrem Kunden die Projektvorbereitung erledigt haben, wird es Zeit, sich Gedanken über die Planung und Durchführung des Scans zu machen. In unserem nächsten Blogbeitrag erfahren Sie mehr darüber, wie sie die richtige Hardware für Ihr Projekt auswählen, um optimale Ergebnisse erzielen zu können.

Sean Higgins ist ein selbstständiger Technikjournalist, ehemaliger Redakteur einer Fachzeitschrift und Naturliebhaber. Er ist der Meinung, dass 3D-Technologien klar und verständlich erklärt und besprochen werden sollten.