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Sean Higgins Di, Okt 19, '21 5 min read

Scan-to-BIM Basics: So machen Sie Ihre Daten für die Modellierung fit

Hier erfahren Sie, worauf Sie bei der Nachbearbeitung, Bereinigung und Registrierung von Scan-to-BIM-Daten für die Modellierung achten müssen.

In früheren Beiträgen haben wir besprochen, wie Sie Ihr Scan-to-BIM-Projekt am besten planen können und wie Sie an die Planung und Durchführung des Scans herangehen sollten. Jetzt ist es an der Zeit, darüber zu sprechen, was es bei der Vorbereitung der Daten für die Modellierung zu beachten gilt.

Daher soll es heute um das Thema „Post-Processing“ gehen: Wie bereitet man die Daten richtig vor? Wie lassen sich Schönheitsfehler im Datensatz bereinigen? Und wie funktioniert die Zusammenführung aller Aufnahmen für die Modellierung?

Bleiben Sie mit Ihrem Kunden im Gespräch

Wie auch schon im letzten Beitrag besprochen, Kommunikation ist auch bei Scan-to-BIM-Projekten der Schlüssel zum Erfolg. Daher ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um sich noch einmal mit dem Kunden zu besprechen und sicherzustellen, dass alles nach Plan läuft. Wenn Sie klar und offen kommunizieren, warten auch keine bösen Überraschungen im weiteren Verlauf des Projektes mehr auf Sie.

Überprüfen Sie Ihre Hardware

Da bei einem Scan-to-BIM-Auftrag große Mengen an 3D-Daten erfasst werden und 3D-Daten eine enorme Verarbeitungsleistung erfordern, sollten Sie sicherstellen, dass Ihre Hardware den Anforderungen gewachsen ist. Überprüfen Sie daher die empfohlenen Hardwarespezifikationen der von Ihnen gewählten Software.

 

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Cloud-Processing für schnelle Verarbeitung

Es gibt eine Reihe guter Gründe, warum Sie nicht unbedingt in Hardware (z. B. weitere Computer) für die Datenprozessierung investieren sollten. Selbst die größten Scan-to-BIM-Unternehmen haben mittlerweile damit begonnen, die Nachbearbeitung von einem Teil ihrer Daten über Cloud-Computing-Dienste laufen zu lassen. Diese Dienste sind in der Regel in die Software integriert, die Sie bereits verwenden. NavVis beispielsweise bietet ein Cloud Processing Add-on für NavVis IVION an.

Mit Cloud Computing können Sie Ihre Daten auf einen ausgelagerten Server hochladen, der mit Hilfe paralleler Verarbeitung (mehrere Rechenkerne bearbeiten eine Aufgabe) Ihre Daten schnell verarbeitet. Wenn Sie eine noch schnellere Datenverarbeitung wünschen, können Sie zusätzliche Rechenkapazitäten hinzukaufen. So können Sie Ihre Anforderungen an Geschwindigkeit und Verarbeitungsbedarf ermitteln und Ihr Budget entsprechend aufteilen.

Darüber hinaus bietet Cloud Computing noch zahlreiche weitere Vorteile: Sie können das Geld direkt in die eigentliche Porzessierung der Daten stecken, anstatt dafür Ihre IT-Infrastruktur weiter aufzurüsten zu müssen. Dabei können Sie die Datenverarbeitung einfach von einem Tablet oder Laptop aus in Gang setzen. Einige dieser Dienste bieten außerdem eine automatische Datenregistrierung, eine Fehlerprüfung und einen Benachrichtigungsdienst, sollte etwas schief gehen. Auf diese Weise kann Ihr Team am Freitag mit der Bearbeitung beginnen und weiß, dass die Daten auf sie warten, wenn sie am Montag wieder zur Arbeit kommen.

Erstellen Sie einen Plan für die Datenverwaltung

Als nächstes sollten Sie sich darüber klar werden, wie Sie die riesigen Datenmengen verwalten wollen. Überlegen Sie sich, wo und wie oft Sie Ihre Dateien sichern wollen, um sicherzustellen, dass Sie bei einem technischen Problem oder einem Computerabsturz nicht Unmengen an Arbeit verlieren.

Denken Sie auch darüber nach, wie Sie die Daten in Ihrem Team weitergeben wollen. Dieser Schritt ist besonders wichtig, wenn Ihr Team von unterschiedlichen Orten aus arbeitet und beispielsweise der Scan in einem völlig anderen Teil der Welt durchgeführt wird als die anschließende Nachbearbeitung und Modellierung. Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Datenablage so planen, dass eine einfache gemeinsame Nutzung möglich ist. Berücksichtigen Sie auch den Zeit- und Kostenaufwand für die von Ihnen gewählte Methode zur Übertragung der Dateien.

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Datenbereinigung

Bevor es mit der Modellierung losgeht, sollten die Daten zuvor bereinigt werden.

Das ist notwendig, weil ein Scanner alles erfasst, worauf der Laser trifft. Das bedeutet, dass Ihre Daten einige Informationen enthalten werden, die Sie im endgültigen Modell nicht haben wollen. Vielleicht ist Ihre Technikerin an einem Fenster oder Spiegel vorbeigegangen und der Scanner hat ein unmögliches Doppel dessen erfasst, was er in der Reflexion „gesehen“ hat. Oder Ihr terrestrischer Laserscanner hat den „Geist“ einer Person erfasst, die sich während des Scans durch das Sichtfeld bewegt hat. Neben diesen Fällen gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten, wie in Ihren Scandaten ein unerwünschtes Rauschen entstehen kann.

Ein paar der besten Scanner verfügen über Algorithmen zur automatischen Datenbereinigung (der NavVis VLX beispielsweise nutzt dazu die Vorteile seiner mobilen Scantechnologie). Aber selbst damit ist die Bereinigungsarbeit Ihrer Daten noch nicht getan. Wenn Sie die folgenden Schritte nicht beachten, könnte das später zu Problemen bei der Registrierung der Daten führen.

Nehmen Sie sich Zeit für eine Qualitätskontrolle

Während Sie Ihre Scans bereinigen, können Sie die Gelegenheit nutzen, um sich den Scan noch einmal genauer anzusehen. Fragen Sie sich: Sieht irgendetwas fehl am Platz aus? Ist alles am richtigen Ort? Sind die Wände gerade oder krumm? Gibt es doppelte Wände?

Registrieren ... und wieder kontrollieren

Sobald Ihre Daten bereinigt sind, ist es an der Zeit, alle Scans, Fotos und anderen Erfassungen zu registrieren. Wenn Sie Ihren Scan richtig geplant haben und Ihr Team vor Ort sich gute Notizen gemacht hat, wird es leichter, die Registrierung der Daten vorzunehmen.

Auch hier ist es sinnvoll, den Scan noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und auf seine Qualität zu prüfen. Prüfen Sie die Daten zudem auf Registrierungsfehler und stellen sich mit Hilfe der virtuellen Messwekzeuge sicher, dass alles richtig ausgerichtet ist. Anschließend ist es sinnvoll, eine Schnittdarstellung zu erzeugen um zu prüfen, ob alles stimmt. Wenn das nicht der Fall ist, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um das Problem zu beheben - bevor Sie mit der Modellierung beginnen. Vermeintlich kleine Fehler können später bei der Prozessierung der Daten zu großen Problemen und einer Verschwendung von Ressourcen führen.

Nächste Schritte...

Wenn Ihr Team seine Arbeit richtig gemacht hat, sollten die Daten bereinigt, registriert und qualitätsgesichert und für die Modellierungsphase bereit sein. Nun können Sie die Daten für die Modellierung weitergeben, so dass aus den räumlichen Rohdaten ein für Ihren Kunden geeignetes Modell erstellt werden kann. Tipps für diese letzte Phase finden Sie im nächsten Blogbeitrag unserer Serie.

Sean Higgins ist ein selbstständiger Technikjournalist, ehemaliger Redakteur einer Fachzeitschrift und Naturliebhaber. Er ist der Meinung, dass 3D-Technologien klar und verständlich erklärt und besprochen werden sollten.